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VDSL via Vigor 130 und EdgeRouter X

Meine Fritzbox 6490 ging mir ja schon länger auf den Zeiger, aber seit ca. acht Wochen geht auch die Verbindung von Vodafone bzw. Kabel Deutschland zunehmend zum Teufel. Passenderweise hat die Telekom hier vor ein paar Wochen den VDSL-Ausbau inkl. Vectoring abgeschlossen. Seit dem 4.1. steht die Leitung und ich bin bisher äußerst angetan. Es halbiert sich zwar die Bandbreite auf 100 Mbit/s down (dafür gibt’s 40 statt 25 Mbit/s up), dafür ist die Leitung wesentlich stabiler. Genauers dazu schreibe ich in einem separaten Blog-Post in Kürze. Genaueres dazu hier.

Bisheriges Netzwerk

Die Internet-Verbindung wird über die Fritzbox 6490 aufgebaut, die sonst außer VoIP nichts tut. An der Fritte hängt ein Ubiquiti EdgeRouter X, der dann das eigentliche Netzwerk aufbaut. Das Netz verteilt sich vom Wohnzimmer aus über drei SoHo-Switches von Cisco und zwei Ubiquiti UniFi AC Lite Access Points an die jeweiligen Endgeräte.

Diese Konstellation führt zu doppeltem NAT. Hässlich, aber auch nicht weiter tragisch. Der EdgeRouter X kann Hardware-NAT und kostet höchstens 400 - 500 µs. Ein geringer Aufpreis für wesentlich mehr Kontrolle über mein Netzwerk. Nur die IPv6-Konfiguration zwischen Fritbox und EdgeRouter wollte einfach nicht klappen – diese unendliche Geschichte will ich hier aber nicht weiter ausbreiten, hat sich eh erledigt.

Neues Netzwerk

Mit VDSL sieht die Sache natürlich etwas anders aus. Der Telefonanschluss ist im Flur, also mussten erstmal Kabel gelegt werden … bei dem Thema sind Mietwohnungen dezent scheiße. Von Kabelkanälen hatte zum Bauzeitpunkt kein Mensch was gehört.

Zum Testen der Verbindung kam erstmal ein Speedport 724 V von der Telekom zum Einsatz. Klingt doof? So übel ist die Kiste gar nicht, allerdings ging’s auch nur mit doppeltem NAT, weil die Speedports leider keinen Modem-Betrieb mehr können und generell ist mein Nutzungsprofil doch etwas anspruchsvoller. Daher habe ich einen Vigor 130 von DrayTek gekauft und als Vectoring-taugliches VDSL-Modem im Einsatz. Der EdgeRouter wird nun einfach per PPPoE über den Vigor versorgt.

Konfiguration

Kommen wir zum Herzstück des Posts, denn die Konfiguration ist zwar grundsätzlich einfach, hat aber auch ein paar Tücken – insbesondere wenn IPv6 im Spiel ist.

DrayTek Vigor 130

Der gute Vigor wird bereits als Modem inkl. VLAN-Tagging für die Telekom vorkonfiguriert geliefert. Man muss eigentlich nur die neueste Firmware einspielen und das war’s.

Falls der Vigor wider erwarten doch nicht als Modem vorkonfiguriert geliefert wird, findet bei iDomiX Hilfe (Text und Video).

Ubiquiti EdgeRouter

Ausgangsbasis ist der EdgeRouter X mit EdgeOS 1.9.1. Es sollte grundsätzlich genauso mit einem größeren EdgeRouter und neueren EdgeOS-Versionen funktionieren.

Netzwerk-Setup

Ich gehe hierbei davon aus, dass jemand, der diesen Post liest zumindest Grundkenntnisse im Umgang eines EdgeRouters hat, also Default-IP, Default-Login-Daten, Web-Interface-Zugang usw.

Für die grundsätzliche Konfiguration bietet Ubiquiti zum Glück entsprechende Assistenten (Wizards) an, die den ganzen Vorgang vereinfachen und mir auch ersparen hier monströse Listings mit Firewall-Regeln zu posten.

Der Wizard “Basic Setup” macht grundsätzlich alles, was man braucht:

EdgeRouter Screenshot 1

Als WAN-Port habe ich mich für eth0 entschieden. Die Einwahl erfolgt über PPPoE mit den entsprechenden Login-Daten der Telekom. VLAN-Tagging ist hier nicht nötig, das übernimmt der Vigor bereits (VLAN 7). Die Default-Firewall sollte auf jeden Fall aktiviert werden, genauso wie DHCPv6 PD. Die Prefix Length ist mit /56 bereits korrekt voreingestellt und auch hier gilt, dass die Firewall an sein sollte.

Die Option “Only use one LAN” wird deaktiviert. Anschließed wird das Netz für eth1 konfiguriert. Ich nutze hier ein privates Klasse A-Netz. Für die Switching-Ports eth2, eth3 und eth4 gibt es ein separates Klasse A-Netz.

Unter “User Setup” verwende ich meine bestehenden User weiter. Sollte der EdgeRouter bisher nie konfiguriert worden sein, empfehle ich aber dringend einen neuen Nutzer mit eigenem Passwort anzulegen. Ein Router sollte nie über seine Standard-Zugangsdaten zugänglich sein.

Nach dem Speichern startet sich der EdgeRouter neu und ist anschließend über die IP 10.0.0.1 an eth1 wieder erreichbar. Im Dashboard sollte nun relativ bald unter pppoe0 die öffentliche IPv4-Adresse sichtbar sein und damit auch die Internet-Verbindung bestehen.

Grundsätzlich ist’s damit getan, wenn einem IPv4 ausreicht.

Für mein privates Netzwerk nehme ich anschließend noch ein paar Einstellungen an der Firewall vor (Port-Weiterleitungen) und am DHCP-Server vor. Wenn man zufrieden ist, sollte man ein Backup der Konfiguration machen. Das geht unter “System” -> “Back Up Config”.

IPv6

Leider unterstützt das Web-Interface bisher kaum IPv6, daher muss man ein paar Einstellungen via CLI vornehmen.

Unter macOS und Linux ist das einfach im Terminal im SSH möglich. Unter Windows bleibt einem aktuell nur das Linux Subsystem von Windows 10 oder ein SSH-Client wie PuTTY.

Beispiel:

ssh user@10.0.0.1

Anschließend wird nach dem Passwort des Users gefragt.

Bei mir sieht die Sache so aus (Login über SSH-Alias mit Key):

~ ❯❯❯ ssh edge                                                                                                                              
Welcome to EdgeOS

By logging in, accessing, or using the Ubiquiti product, you
acknowledge that you have read and understood the Ubiquiti
License Agreement (available in the Web UI at, by default,
http://192.168.1.1) and agree to be bound by its terms.

Linux 3.10.14-UBNT #1 SMP Mon Nov 14 03:56:39 PST 2016 mips
Welcome to EdgeOS
webcodr@ubnt:~$

Damit ist nun das CLI des EdgeRouters offen und man kann loslegen.

Folgendes muss eingegeben werden:

configure

set interfaces ethernet eth1 ipv6 dup-addr-detect-transmits 1
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd pd 0 interface eth1 host-address '::dead:beef'
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd pd 0 interface eth1 no-dns
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd pd 0 interface eth1 prefix-id 42
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd pd 0 interface eth1 service slaac
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd pd 0 prefix-length 56
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd prefix-only
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd rapid-commit enable
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 ipv6 address autoconf
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 ipv6 dup-addr-detect-transmits 1
set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 ipv6 enable
set system offload hwnat enable
commit
save

Erläuterungen:

  • configure startet das Konfiguration-System von EdgeOS/Vyatta
  • set interfaces ethernet eth1 ipv6 dup-addr-detect-transmits 1 legt die Anzahl fest, wie oft versucht wird doppelte IPv6-Addressen herauszufinden
  • set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd pd 0 interface eth1 host-address '::dead:beef' legt die Host-Adresse nach dem Adress-Prefix der Telekom fest. Ich finde ::dead:beef ziemlich witzig, aber hier kann sich jeder selbst austoben, solange es im Hexadezimal-Bereich liegt.
  • set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd pd 0 interface eth1 prefix-id 42 legt die Prefix-ID fest, die zusätzlich in die Adresse aufgenommen wird. Was außer 42 sollte es sonst sein? :D
  • set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 dhcpv6-pd pd 0 interface eth1 service slaac SLAAC steht für Stateless Address Autoconfiguration – damit erzeugt der Port seine IP-Adresse anhand des Prefixes selbst
  • set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 ipv6 address autoconf aktiviert die automatische IPv6-Adress-Konfiguration für das PPPoE-Interface
  • set interfaces ethernet eth0 pppoe 0 ipv6 enable aktiviert dann letztendlich IPv6
  • set system offload hwnat enable aktiviert Hardware-NAT für IPv4
  • commit wendet die neue Konfiguration an
  • save speichert die neue Konfiguration ab

Nach commit starten sich die betroffenen Interfaces neu und es erfolgt eine neue Einwahl über PPPoE. Anschließend befinden sich im Dashboard unter pppoe0 die IPv4-Adresse sowie die entsprechenden globalen und lokalen IPv6-Adressen.

Alternativ lässt sich das via CLI anschauen (außerhalb von configure):

webcodr@ubnt:~$ show interfaces
Codes: S - State, L - Link, u - Up, D - Down, A - Admin Down
Interface    IP Address                        S/L  Description
---------    ----------                        ---  -----------
...
eth1         10.0.0.1/24                       u/u  Local 2
             2003:xxxx:xxxx:xx42::dead:beef/64
...

Alle Geräte im Netzwerk sollten nun eine oder mehrere IPv6-Adressen besitzen und via IPv6 ins Internet kommen. Das lässt sich sehr einfach über die Seite ipv6-test.com herausfinden.

Zugang zum Vigor-Web-Interface

Da der Vigor auf der IP-Adresse 192.168.1.1 rumhängt, kommen wir nun leider erstmal nicht an sein Web-Interface ran. Das lässt sich aber recht einfach in EdgeOS ändern:

Dazu muss eth0 (über diesen Port der EdgeRouter ja am Vigor 130) eine IP-Adresse aus Netz des Vigors zugewiesen werden. Ich verwende hier 192.168.1.2/24.

EdgeRouter Screenshot 2

Das alleine reicht noch nicht, da die NAT bisher die Verbindung in das andere Netz nicht kennt. Unter “Firewall/NAT” -> “NAT” -> “Add Source NAT Rule”, trägt man daher folgendes ein und speichert.

EdgeRouter Screenshot 3

Anschließend sollte der Zugriff über die IP-Adresse 192.168.1.1 auf den Vigor sofort funktionieren.

So, das war’s dann eigentlich schon. Ich hoffe, diese kleine Anleitung konnte dem ein oder anderen etwas weiterhelfen.

Da nicht alles davon auf meinem Mist gewachsen ist, möchte mich an dieser Stelle noch beim Autor des Blogs TauSys bedanken. Falls jemand in og. Konfiguration noch Entertain miteinbeziehen möchte, sei ihm dieser Post wärmstens empfohlen.

Tastaturen

Für uns Entwickler ist die Tastatur ohne Zweifel das wichtigste Werkzeug. Ohne sie könnten wir keine Zeile Code schreiben und dennoch wird ihr selten Beachtung geschenkt. Sie ist da und funktioniert – bis man eine Tasse Kaffee darüber schüttet oder sie nach Jahren in Krümeln, anderen Essensresten bzw. Staub ersoffen ist.

Wenn sie kaputt ist, wird für ein paar Euro eine neue gekauft und gut ist. Manchmal gibt man auch etwas mehr aus, z.B. für ein Apple Keyboard oder ein besseres Modell von Logitech.

Dabei macht sich aber niemand Gedanken darüber, wie sie eigentlich funktioniert und ob da nicht gerade für uns Vieltipper Verbesserungspotenzial ist.

Die meisten Tastaturen haben eines gemeinsam: sie nutzen die sog. Rubberdome-Technik. Dabei wird beim Tastendruck eine Gumminoppe mit Kontaktpad nach unten auf die Platine gedrückt und so der Anschlag durch den Kontakt ausgelöst. Alle Noppen befinden sich auf einer Gummifolie, die einfach über die Platine gelegt wird. Kabel ans PCB, Tasten drauf, Gehäuse drumrum und fertig ist die Tastatur.

Das ist günstig, aber auch gut? Leider nein. Es gibt zwar durchaus ganz gute Vertreter dieser Gattung, aber die Schwachstellen haben sie alle gemein:

  1. Um den Anschlag auszulösen, muss man die Taste vollständig durckdrücken.
  2. Der Anschlag ist nicht über alle Tasten konsistent und verändert sich mit der Zeit.
  3. Gerade bei den billigen Vertretern, mitunter aber auch bei den teuren ist das Gehäuse nicht verwindungssteif.
  4. Geringe Haltbarheit von max. 5 Millionen Anschlägen.

Die ersten drei Punkte fallen insbesondere für Vieltipper deutlich stärker ins Gewicht, als man meinen möchte. Vollständiges Durchdrücken der Tasten lässt die Hände bzw. Finger schnell ermüden – gleiches gilt, wenn sich die Tastatur beim Tippen verwindet bzw. nach unten verbiegt. Da sich der Anschlag ungleichmäßig über die Zeit und je nach Nutzung der Tasten verändert, kann sich kein Muskelgedächtnis bilden, um schneller tippen zu können.

Und jetzt?

Wie wär’s mit einer Alternative? Mechanische Tastaturen!

Huch? Sind die nicht sauteuer, laut und sperrig? So wie früher diese Totschläger von IBM …

Hach ja, das IBM Model M. Wenn man wollte, könnte man damit wohl wirklich Einbrecher niederschlagen. Zur Selberverteidigung empfehle aber doch eher andere Gerätschaften.

Ein billiges Vergnügen sind mechanische Tastaturen wirklich nicht, aber sie sind es defintiv wert. Hier geht es schließlich um ein Werkzeug. Handwerker geben sich schließlich auch nicht mit einem Consumer-Akkuschrauber für 20 Euro zufrieden. Warum also sollten wir das bei unseren alltäglichen Helfern tun? Ob sie laut und groß sind, hängt dagegen ganz vom jeweiligen Geschmack ab.

Aha, und warum können die Dinger das nun besser?

Um die Kritikpunkte von oben direkt aufzugreifen:

  1. Mechanische Schalter müssen nicht vollständig durchgedrückt werden, um einen Anschlag auszulösen – die Hälfte genügt. Die verbreitetesten Schalter (Cherry MX) haben einen Hub von insgesamt 4 mm und lösen darum nach 2 mm aus.
  2. Der Anschlag verändert sich weder mit der Zeit noch nutzen sich verschiedene Tasten je nach Gebrauch unterschiedlich ab. So bildet sich mit der Zeit ein Muskelgedächtnis, das schnelleres und komfortableres Schreiben ermöglicht.
  3. Bei guten mechanischen Tastaturen sind die Schalter auf einer Stahlplatte angebracht, darunter befindet sich die Platine mit der sie verlötet sind. Da verwindet und verbiegt sich nichts.
  4. Mechanische Tastaturen halten Jahrzehnte durch. Die durchschnittliche Lebensdauer von Cherry-Schaltern liegt bei ca. 50 Mio. Anschlägen. Unzerstörbar sind sie aber natürlich nicht.

Je nach Schalter-Typ gibt es auch noch zusätzliche Vor- und Nachteile, so dass man sie ganz nach seinen Präferenzen aussuchen kann.

Schalter-Typen

Ich beschränke mich hierbei auf die gängen Varianten von Cherry, da sie am häufigsten verbaut werden.

  • MX blue: löst mit einem Klick-Geräusch aus und hat dazu beim Anschlag einen spürbaren Widerstand. Betätigungskraft: 60 cN
  • MX brown: löst ohne Klick aus, besitzt aber den gleichen spürbaren Widerstand beim Anschlag wie der MX blue. Betätigungskraft: 55 cN
  • MX black: linearer Schalter, löst beim Anschlag wieder einen Klick noch einen Widerstand aus. Betätigungskraft: 60 cN
  • MX red: wie MX black, nur mit geringerer Betätigungskraft: 45 cN

Darüber hinaus gibt es noch verschiedene Varianten der MX blue und MX brown mit höherer Betätigungskraft. Man trifft sie allerdings eher selten an, manche davon sind sogar regelrecht rar.

Grundsätzlich gilt es beim Kauf einer Tastatur zuerst den Schalter-Typ zu wählen. Zum Entwickeln oder Schreiben sind die MX blue definitiv die beste Wahl, da sie ein hör- und spürbares Feedback bieten und daher nach der Eingewöhnung, sehr schnelles und flüssiges Tippen ohne Ermüdungserscheinungen ermöglichen.

Nun mag natürlich so manchen das Klicken auf die Palme bringen, andere widerrum können nicht mehr ohne. Wer sich daran stört oder die Kollegen im Büro nicht zum Amoklauf treiben will, aber dennoch spüren möchte, wenn der Anschlag ausgelöst wird, sollte zum MX brown greifen. Er tippt sich ein klein wenig leichter und ist ohne den Klick erheblich leiser.

Findet man dagegen Widerstand zwecklos, sollte man einen Blick auf die MX black oder MX red werfen. Letzterer ist besonders bei Spielern sehr beliebt, da man sehr schnell mehrere Anschläge hintereinander auslösen kann, ohne wie ein Bekloppter auf die Tastatur hämmern zu müssen. Dafür neigt man u.U. eher zu Vertippern.

Grundsätzlich kann man die Schalter in drei Kategorien aufteilen: Profi-Tipper ohne Klick-Allergie, die eher wenig bis gar nicht spielen, werden mit MX blue am glücklichsten. Möchte man dagegen einen guten Allrounder zum Schreiben und Spielen, ist der MX brown das Mittel der Wahl. Wer mehr spielt als Texte tippt, dürfte mit einem MX black oder MX red am besten klarkommen.

Ich empfehle aber jedem, verschiedene Schaltertypen auszuprobieren. Es gibt genug Spieler, die sich nicht am Klicken des MX blue stören und den MX red hassen wie die Pest – und umgekehrt genauso.

Noch etwas zur Lautstärke: man kann auch mit einem nicht klickenden Schalter schön Krach machen, wenn man auf der Tastatur rumhackt wie ein Irrer. Dazu hängt der Geräuschpegel auch von der Konstruktion bzw. dem Gehäuse ab. Dazu später etwas mehr (dasKeyboard Model S vs. dasKeyboard 4 vs. Corsair K70).

Was kostet der Spaß und wo bekomme ich so ein Teil her?

Der Preis der gängigen Modelle liegt zwischen 60 und 200 Euro.

Die definitiv günstigste Wahl gibt’s von Cherry selbst mit dem MX Keyboard 3.0. Zu bekommen bei Amazon oder den gängigen Hardware-Händlern.

Ansonsten ist die Auswahl an Shops eher eingeschränkt. Die EU und insbesondere Deutschland gehören bei mechanischen Tastaturen eher zur dritten Welt.

Die bisher besten Quellen, die ich neben Amazon ausmachen konnte: GetDigital (dasKeyboard, Ducky, Filco, Leopold), CaseKing (Cherry und Ducky), The Keyboard Company UK (primär Filco und deren Zubehör).

Ansonsten stellen diverse bekannte Marken aus dem Spiele-Sektor wie Corsair, Razer, CMstorm, Func und auch Logitech mechanische Tastaturen her, die man auch in gängigen Läden und Shops bekommt.

Für professionelle Anwender rate ich zu Filco, Ducky oder dasKeyboard, da sie qualitativ etwas mehr bieten. Besonders Ducky und Filco bauen regelrechte Panzer. Grundsätzlich kann mit den anderen aber nicht viel falsch machen. Man sollte aber inzwischen aufpassen, von welchem Hersteller die Switches sind. Da gibt es leider nicht nur Unterschiede in der Schaltcharakteristik, weil inzwischen wegen abgelaufener Patente auch billigere Kopien der MX-Schalter auf dem Markt sind, zu deren Haltbarkeit es noch keine Erfahrungswerte gibt. Die einschlägigen Foren sehen die Sache allerdings weniger gelassen …

Meine Erfahrung

Ich hatte mich im November vergangenen Jahres dazu entschlossen eine mechanische Tastatur auszuprobieren und entschied mich für eine Corsair K70 mit MX brown und blauer Hintergrundbeleuchtung. Die Tastatur hing nur an meinem Windows-Rechner, an dem ich eher wenig schreibe und mehr spiele.

Abgesehen von der Lautstärke durch die offene Konstruktion ohne einen Rahmen, der die Tasten umgibt, war ich mit der K70 sehr zufrieden. Nach einem Tip im Computerbase-Forum, habe ich Gummi-O-Ringe zwischen die Tasten und Schalter montiert, was die Lautstärke deutlich dämpfte. Allerdings verändern solche Maßnahmen den Anschlag – einfach ausprobieren, die Ringe kann man sehr günstig kaufen.

Für meine Arbeit als Entwickler, die ich ausschließlich am Mac verrichte, habe ich längere Zeit eine geeignete mechanische Tastatur gesucht. Zum Testen entschied ich mich für ein dasKeyboard Model S Professional for Mac mit MX blue. Leider gibt es dieses Modell nur mit ANSI-Layout, was mich anfangs vom Kauf abgehalten hat und schließlich auch nicht damit zurecht kam. Der ständige Wechsel bringt einen nur durcheinander und das deutsche Tasten-Mapping (ISO-Layout) mit einem ANSI-Layout zu nutzen klappt auch nicht – da fehlt schließlich eine Taste.

Die MX blue dagegen haben mich auf Anhieb begeistert. Kurzum: ich habe die Tastatur gegen ein dasKeyboard 4 mit MX blue umgetauscht. Die hat zwar kein Mac-Layout, aber das lässt sich durch den Tausch der Tastenkappen und ein paar Einstellungen in OS X problemlos anpassen. Außerdem funktionieren die Media-Tasten und selbst der Lautstärkeregler ohne jegliche Anpassung mit OS X. Wozu da also noch ein spezielles Mac-Modell?

Parallel ließ mich leider die K70 im Stich. Innerhalb eines halben Jahres gingen drei LEDs der Hintergrundbeleuchtung kaputt. Nach einer Recherche in den Corsair-Forn scheint das ein verbreitetes Problem mit den blauen LEDs (gibt auch rote) bei der K70 zu sein. Corsair hat das Modell zwischenzeitlich vom Markt genommen und wird wohl demnächst eine überarbeitete Version liefern.

Amazon nahm die K70 anstandslos zurück und als Ersatz habe ich mich für ein dasKeyboard 4 mit MX brown entschieden und es bisher nicht bereut.

Zum Abrunden des Portfolios der MX-Schalter, habe ich mir noch als Abwechslung zu den beiden dasKeyboard eine Ducky Shine 3 mit MX black gegönnt. Sie wirkt noch einen Tick solider, hat ein abnehmbares Kabel und zig Beleuchtungsoptionen. Der lineare Gang und höhere Widerstand der Switches ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber angenehm, besonders beim Spielen.

Eine weitere Anmerkung zur Lautstärke: die dasKeyboard 4 haben zwischen ihrer Deckplatte aus Aluminum und der Stahlplatte einen sehr festen Schaumstoff, der die Geräuschkulisse dämpft. Der Unterschied zum Vorgängermodell oder auch der Corsair K70 ist ziemlich gewaltig. Sogar die MX blue-Version ist leiser als die K70 samt Gummi-O-Ringen. Die Ducky liegt durch ihre sehr stabile Konstruktion auch recht gut im Vergleich. Dazu tragen aber auch die MX black sicherlich ihren Teil bei.

Generell habe ich mit keiner der Tastaturen eine schlechte Tipp-Erfahrung gemacht. Nur das ANSI-Layout und die defekten LEDs haben mich zu einem Umtausch veranlasst.

Fazit

Nach dem ich nun in einem halben Jahr drei Hersteller und drei unteschiedliche Schalter-Typen durch habe, kann ich nur sagen, dass mich mechanische Tastaturen begeistern, wenn sie nicht sogar eine Sammlerwut entfacht haben (ich hoffe nicht, das wäre ein teures Hobby).

Der Tipp-Komfort und die Zuverlässigkeit sind es mir aber wert. Schließlich sind die Tastaturen auch maßgeblich daran beteiligt, dass ich überhaupt Geld verdiene. Wenn man die Unterschiede erstmal kennt, möchte man nur ungern zu Rubberdome-Tastaturen zurückkehren. Selbst mein früher geliebtes Apple Keyboard lasse ich für eine mechanische Tastatur links liegen.

Dazu gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Individualisierunsmöglichkeiten. Seien es nun Tastenkappen, modifizierte Federn in den Schaltern oder gar leicht verrückte Dinge wie Tastatur-Bausätze, mit denen man wirklich alles bis ins letzte Detail für sich anpassen und austüfteln kann. Interessenten zu diesen Themen sowie Kaufberatung etc. kann ich das Forum geekhack ans Herz legen.

Amplify 2.0

Ich habe Amplify grundlegend überarbeitet und mit ein paar neuen Features ausgestattet:

  • Redcarpet wurde durch kramdown ersetzt und unterstützt damit auch die Markdown-Erweiterungen, die kramdown anbietet.
  • Automatisches Verlinken von URLs
  • HTML-Sanitation
  • Das Syntax-Highlighting übernimmt nun das Gem ‘pygments.rb’. Der Umweg über Pygmentizr fällt damit intern weg und verbessert die Reaktionszeiten deutlich.
  • Das Frontend basiert nun auf AngularJS.
  • Komplett überarbeiteter Quelltext.
  • JSON-basierte API

kramdown, das automatische Verlinken und die HTML-Sanitation werden über das Gem ‘slodown’ von Hendrik Mans erledigt.

Die neue JSON-basierte API ist über eine andere URL erreichbar:

http://amplify.webcodr.de/api/2.0/transform

Ein Beispiel-Request via POST:

{
 	"source": "# Hello World!"
}

Und die entsprechende Antwort von Amplify:

{
	"html": "<h1 id=\"hello-world\">Hello World!</h1>",
 	"source": "# Hello World!"
}

Wer, wie früher, ohne JSON auskommen möchte, nutzt bitte folgende URL:

http://amplify.webcodr.de/api/1.0/transform

Die bisherige Möglichkeit einfach einen POST-Request auf die Amplify-URL abzusetzen ist nur noch aus Gründen der Kompatibilität zu bestehenden Anwendungen aktiv, wird aber langfristig deaktiviert.

Zukünftige Features werde ich außerdem nur für die JSON-basierte API 2.0 implementieren.

Des weiteren plane ich Amplify langfristig nicht mehr auf Heroku laufen zu lassen, da die App einfach zu häufig in den Schlafmodus versetzt wird und anschließend sehr lange braucht, bis sie auf Anfragen reagiert.

Ich könnte zwar einfach einen Dyno hinzubuchen, aber das ist nicht gerade billig und es gibt wirklich kostengünstigere Möglichkeiten, Ruby-Web-Applikationen zu hosten – beispielsweise bei Uberspace.de.

Aus technischer Sicht dürfte noch interessant sein, dass Amplify nun mit Capybara automatisiert getestet wird und auf Travis CI sowie testweise Circle CI (mit automatischem Heroku-Deployment) läuft.

Say Hello to Mango

Was’n das?

Finger weg! Diese Mango schmeckt nicht.

Mango ist ein Object Document Mapper für MongoDB und PHP.

Und MongoAppKit?

MongoAppKit hat ein Problem, denn es ist nicht nur ein ODM und kann noch so einiges mehr. Theoretisch kann man zwar die ODM-Komponente auch ohne den ganzen anderen Krempel nutzen, aber es bleibt eine große Abhängigkeit zu Silex, die man auch nicht so einfach wieder los wird.

Dies und das im Vergleich schlechte Handling bzw. der geringe Komfort von MongoAppKit, haben mich dazu bewogen mit Mango einen universell einsatzbaren und leicht handzuhabenden ODM zu entwickeln.

Mango wurde stark von Mongoid für Ruby inspiriert und soll dessen Funktionalität zumindest teilweise in PHP abbilden. Das ist einfacher gesagt als getan, denn Ruby bietet wesentlich elegantere Möglichkeiten diverse Probleme zu lösen, als es mit PHP derzeit machbar ist.

Los geht’s …

Installation via Composer

$ php composer.phar require webcodr/mango:*

Ein Dokument anzulegen ist ein Kinderspiel

<?php

namespace MyProject\Model;

use Mango\Document;
use Mango\DocumentInterface;

class User implements DocumentInterface
{
    use Document;

    private function addFields()
    {
        $this->addField('name', ['type' => 'String']);
        $this->addField('email', ['type' => 'String']);
        $this->addField('created_at', ['type' => 'DateTime', 'index' => true, 'default' => 'now'];
        $this->addField('updated_at', ['type' => 'DateTime', 'index' => true, 'default' => 'now'];
    }
}

Es ist lediglich nötig, dass die Model-Klasse das Interface DocumentInterface implementiert und den Trait Document einbindet. In der Hook-Methode addFields() werden anschließend noch die Felder des Dokuments deklariert.

Mango nutzt etwas Magic: Der Klassenname des Models ist gleichzeitig auch der Name der Collection (klein geschrieben). Soll die Collection anders heißen bzw. das Model eine vorhandene nutzen, muss lediglich die Methode getCollectionName() überschrieben werden.

Go, Mango, go!

<?php

use Mango\Mango;
use Mango\DocumentManager;

use Document\User;

$mango = new Mango('mongodb://localhost/galactica');
$dm = new DocumentManager($mango);
$user = new User();
$user->name = 'William Adama';
$user->email 'william.adama@bsg-75.mil';
$user->store();

Das Mango-Object erwartet eine gültige MongoDB URI, falls notwendig inkl. Benutzer, Passwort, Port usw.

Dem Document Manager kommt eine vergleichbare Aufgabe zu, wie dem Entity Manager in Doctrine2.

Für mehr Komfort holt sich eine Model-Klasse den Document Manager über eine statische Methode ab. Daher können Methoden wie store() direkt über die Model-Klasse abgewickelt werden.

Dokumente abfragen

<?php

$user = User::where(['name' => 'William Adama']);
echo $user->count(); // = 1
echo $user->first()->email; // = william.adama@bsg-75.mil

Eine Abfrage kann einfach über die statische Methode where() ausgeführt werden. Die Syntax der Abfragen entspricht derzeit noch der normalen MongoDB Query API. Für die Zukunft plane ich aber eine Abstraktionsebene für die Abfragen, vergleichbar mit Mongoid.

Eine Abfrage kit where() oder find() gibt immer ein Cursor-Objekt zurück, das anhand der aufgerufenen Methode entscheiden kann, ob der Zugriff auf den MongoCursor oder das Abfrageergebnis in Form einer Instanz von MutableMap erfolgt.

In obigem Beispiel ist count() eine Methode des Cursors, während first() schon auf der Ergebnis zugreift. Wie MongoCursor kann auch die Cursor-Klasse von Mango einfach über das Ergebnis iterieren.

Durch die dynamische Unterscheidung zwischen MongoCursor- und Datenzugriff, können auf eine Instanz der Cursor-Klasse auch alle Methoden von MutableMap angewandt werden.

Beispielsweise:

<?php

User::where()->reverse()->slice(0, 2)->each(function($document) {
    echo $document->name;
});

Natürlich macht dieser Code wenig Sinn, da man das wesentlich effizienter über die Cursor-Methoden erledigen kann. Das Beispiel soll lediglich zeigen, was möglich wäre.

Hydration

Mango sorgt automatisch dafür, dass die Dokumente im Ergebnis immer Instanzen ihrer jeweiligen Model-Klasse sind.

Die Hydration-Automatik sorgt außerdem dafür, dass die Daten intern als jeweilige Typ-Klasse von Mango gehalten werden.

Typ-Klassen halten die Daten und können sie in zwei Formaten zurückgeben. Konfiguriert man ein Feld als DateTime bekommt Mango intern beim Speichern automatisch ein MongoDate-Objekt. Greift man hingegen außerhalb von Mango auf den Wert zu, bekäme man in diesem Fall eine Instanz der Klasse DateTime zurück.

Soweit zum aktuellen Funktionsumfang von Mango. Es ist bei weitem noch nicht fertig, kann aber für kleine Projekte schon einsetzt werden. Ich verwende es selbst in der aktuellsten Version von CodrPress und es macht wesentlich mehr Spaß als MongoAppKit, ohne ein monströses Schlachtschiff wie Doctrine zu sein.

Natürlich gibt’s Mango auch bei GitHub.

Services ftw!

Wer kennt das nicht? Man findet eine nette Software-Bibliothek in einer bestimmten Sprache, die vom Server der eigenen Web-Applikation nicht unterstützt wird oder nur sehr umständlich auf andere Weise genutzt werden kann.

So erging es mir mit Tools für Markdown-Rendering und server-basiertem Syntax-Highlighting. Zwar habe ich dafür ja im Oktober die Composer-Pakete SilexMarkdown und Radiant geschrieben, die beide auf bereits vorhandenen Bibliotheken fußen.

Ich war mit beiden nie recht glücklich. Für Ruby und Python gibt es viel schönere, wesentlich umfangreichere Lösungen:

  • Pygments ist ein Python geschriebener Syntax-Highlighter, der nahezu jede relevante Sprache unterstützt – selbst esoterische Merkwürdigkeiten wie Brainfuck.

  • Redcarpet wurde in Ruby verfasst und bietet einen sehr leicht erweiter- und modifizierbaren Markdown-Renderer.

Gerade für ein Blog-System wie CodrPress liegt es nahe, beide zu kombinieren und damit zumindest teilweise GitHub flavoured Markdown zu unterstützen.

Wie bekomme ich also drei Programmiersprachen unter einen Hut, ohne dass CodrPress nur auf angepassten Server-Konfigurationen läuft? Ganz einfach: Services!

Pygmentizr

Pygmentizr ist logischerweise in Python geschrieben, um Pygments nutzen zu können.

Per POST-Anfrage auf die verlinkte URL erreicht man den eigentlichen Service, der als Parameter die Sprache und den Quelltext erwartet. Zurück kommt HTML, das nur noch per CSS hübsch gemacht werden muss.

Ein entsprechendes Stylesheet für den bekannten Monokai-Stil ist auf der Seite verlinkt oder im GitHub-Repository zu finden.

Pygmentizr bei GitHub

Amplifyr

Amplifyr nutzt Redcarpet und bindet Pygmentizr als Syntax-Highlighter ein.

Wie Pygmentizr lässt sich Amplifyr per POST-Anfrage ansprechen und gibt den in HTML konvertierten Markdown-Quelltext zurück.

Amplifyr bei GitHub

Beide Dienste laufen auf der Cloud-Plattform Heroku.

CodrPress-Integration

Um beide Services in CodrPress nutzen können, habe ich in SilexMarkdown ein paar Umbauten vorgenommen. Beim Registrieren des Service-Providers in einer Silex-Applikation, lässt sich nun ganz einfach übergeben, ob der eingebaute Renderer samt Radiant oder Amplifyr genutzt werden soll. Eine entsprechende Anleitung findet sich in der ReadMe-Datei des SilexMarkdown-Repositories bei GitHub.

Beide Dienste sind bei Heroku untergebracht und kosten mich keinen Cent. daher gebe ich die Nutzung für jeden frei. Viel Spaß!

Array almighty

Wenn man sich zulange nur mit PHP beschäftigt vergisst man schnell, dass man oft Dinge tut, die kaum in andere Sprachen übertragbar sind.

Letztens habe ich mir Scala etwas näher angesehen. Kurz am Rande: eine schöne Sprache, wenn auch die verschiedenen Syntax-Modi etwas verwirrend oder zumindest recht gewöhnungsbedürftig sind.

Vorteil PHP

Scala bietet wie fast jede andere typisierte Sprache verschiedene Listen-Klassen für diverse Nutzungsfälle. In PHP gibt es das nicht. Man hat sein Array, das jederzeit veränderlich ist, jede noch so wilde Mischung von Datentypen akzeptiert und assoziative Schlüssel erlaubt. Es ist einfach umgemein praktisch.

Vorteil Scala

Da PHP leider weit davon entfernt ist vollständig objekt-orientiert zu sein und darum ein Array leider keine Objekt ist, kann man Arrays nur mit diversen Funktionen bearbeiten.

Zwar funktioniert das einwandfrei, ist aber umständlich. Ein Array-Objekt, das entsprechende Methoden bietet, die sich am besten auch noch verkettet aufrufen lassen, wäre doch toll.

PHP goes Scala/Java/Objective-C

Daher habe ich mich ans Werk gemacht und die bereits existierende Klasse IterateableList in MongoAppKit in drei neue Klassen des Namespaces \MongoAppKit\Collection aufgeteilt: MutableMap und ArrayMap.

Die Namen orientieren sich an ihren Pendants in Scala, Java oder auch Objective-C. Während alle die SPL-Interfaces Countable und IteratorAggregate implementieren, verwendet ArrayMap zusätzlich das Interface ArrayAccess und kann damit wie ein PHP-Array verwendet werden.

Außerdem implementieren alle drei die Magic Methods __get(), __set(), __isset() und __unset. Das erleichtert z.B. die Verwendung einer Liste in Twig, in dem keine Methode mehr angesprochen werden muss, um innerhalb eines Templates auf die Inhalte zuzugreifen.

Um diverse Array-Funktionen von PHP abzubilden implementieren alle drei die Methoden:

  • first(): gibt das erste Element der Liste zurück
  • last(): gibt das letzte Element der Liste zurück
  • reverse(): dreht die Reihenfolge der Elemente innerhalb der Liste um
  • each(): wendet eine Callback-Funktion mittels array_walk auf alle Elemente an, in der auch auf die Schlüssel zugegriffen werden kann
  • map(): wendet eine Callback-Funktion mittels array_map auf alle Elemente an
  • slice(): schneidet einen Teil der Elemente heraus und gibt sie in einem neuen Listen-Objekt zurück
  • filter(): filtert die Elemente einer Liste anhand einer Callback-Funktion und gibt das Ergebnis in einem neuen Listen-Objekt zurück

Fluent Interface

Um eine Verkettung von Methodenaufrufen zu ermöglichen gibt jede Methode, die sonst keinen Rückgabewert hätte, eine Referenz auf ihre Klasse zurück. Nur slice() und filter() geben eine neue Liste mit den herausgeschnittenen bzw. gefilterten Werten zurück.

Hier ein kleines Beispiel aus CodrPress, was man damit alles anstellen kann:

<?php

Post::where()->each(function($document) use ($app) {
    $md = $document->getProperty('body');
    $html = $app['markdown']->transform($md);
    $document->set('body_html', $html)->save();
});

Die statische Methode Post::where() liefert ohne Quert alle Posts als MutableMap-Objekt zurück. Auf die Rückgabe lässt sich sofort each() anwenden, das alle Elemente der Liste iteriert und die definierte Closure auf jedes Element einzeln anwendet.

In diesem Fall wird das rohe Markdown aus dem Feld body in HTML transformiert und im Feld body_html abgespeichert.

Fazit

MutableMap und seine Sub-Klassen sparen viel Schreibarbeit durch ein simples und komfortables Fluent Interface – einer Vorgehensweise, der in PHP leider viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Download

Die drei Klassen sind nicht länger Teil von MongoAppKit. Ich habe sie in ein separates GitHub-Repository und Composer-Paket ausgelegt, um eine unkomplizierte Nutzung ohne MongoAppKit zu ermöglichen. Viel Spaß!

PythonPress

Da eine neue Sprache nicht genug ist, beschäftige ich mich neben Ruby neuerdings auch noch mit Python.

Als Lernprojekt setze ich aktuell CodrPress als Python-Version um. Natürlich will ich das nicht das Rad neu erfinden, daher setze ich auf zwei Frameworks, dank denen ich sehr schnell ein vorzeigbares Ergebnis zusammenbauen konnte:

  • Flask ist ein Micro-Framework vergleichbar mit Sinatra (Ruby) oder Silex (PHP). Es kümmert sich also um alles, was man braucht, um eine Website zu bauen. Vom Routing bis hin zur Template Engine (Jinja2).

  • MongoEngine bietet einen ODM (Object Document Mapper) vergleichbar mit Mongoid (Ruby) oder meinem eigenen Projekt MongoAppKit in PHP.

Routen-Definitionen mit Flask

from flask import Flask

app = Flask(__name__)

@app.route('/hello/<name>')
def hello(name):
    return 'Hello %s!' % name

app.run()

Zu Beginn wird die Klasse Flask aus dem Package flask importiert und anschließend eine Instanz erstellt.

Im Gegensatz zu PHP oder anderen C-Syntax-Sprachen kennt Python das Schlüsselwort new nicht. Um ein neues Objekt zu instanziieren reicht es den Klassennamen samt den Klammern und ggf. den Constructor-Argumenten zu schreiben.

Es folgt die Routen-Definition. Variable Werte werden in spitze Klammern gesetzt und der anschließenden Methode mit gleichem Namen als Parameter übergeben.

Wie auch in Silex oder Sinatra wird der Rückgabewert einer Routen-Methode zurück an den Browser geschickt. In diesem Fall ist das nur ein simpler String-Wert.

Templates in Flask

Flask nutzt die Template Engine Jinja2. Wer aus der PHP-Welt Twig kennt fühlt sich sofort heimisch. Die Sprachelemente sind nahezu identisch.

Datei: ./templates/hello.html

<h1>Hello {{ name }}!</h1>  

In obiger Route müsste die Methode nun so aussehen:

from flask import Flask, render_template
...
def hello(name):
    return render_template('hello.html', name = name)
...

Nicht vergessen: render_template muss zusätzlich importiert werden!

MongoEngine

from mongoengine import *

connect('test')

class Post(Document):
    _id = ObjectIdField()
    created_at = DateTimeField()
    published = BooleanField()
    title = StringField()
    body = StringField()

Der Aufruf von connect stellt eine Verbindung zur Datenbank test her. Da keine Verbindungsdaten angegeben werden, geht MongoEngine automatisch von einem lokalen MongoDB-Server auf dem Standard-Port aus.

Die Klasse Post ist eine Sub-Klasse von Document aus MongoEngine. Anschließend werden die Felder der Klasse definiert. MongoEngine stellt für jeden von MongoDB unterstützten Datentyp entsprechende Klassen zur Verfügung.

Sofern nicht über das Attribut meta eine andere Collection definiert wird, greift MongoEngine auf den Klassennamen in Kleinbuchstaben als Collection zu.

Um ein neues Dokument von Post zu erstellen und zu speichern, reicht schon folgender Code:

post = Post()
post.published = True
post.title = 'Hello World!'
post.body = 'Hallo, ich ein Test.'
post.save()

Abfragen mit MongoEngine

Als vollständiger ODM bietet MongoEngine natürlich auch die Möglichkeit vorhandene Daten abzufragen. In folgendem Beispiel werden die letzten zehn veröffentlichten Einträge absteigend nach der Erstelldatum sortiert, in ein Array geschrieben.

posts = Post.objects(published = True).order_by('-created_at').limit(10)

Abfragen erfolgen statisch, daher ist keine Instanz nötig. Die Methode objects() enthält die Bedingungen, also in diesem Fall, dass ein Eintrag veröffentlicht wurde. order_by() erwartet den Feldnamen mit der Sortierrichtung als Präfix. Hierbei steht + für aufsteigend und - für absteigend. Zu guter letzt wird das Ergebnis mit limit() auf 10 Dokumente eingeschränkt.

Mit diesem Wissen lässt sich nun ganz schnell eine Basis-Applikation bauen, die aus der vorhandenen CodrPress-Collection Einträge ausliest und anzeigt.

Der bisherige Stand ist natürlich bei GitHub.

CodrPress

Ich bin mal wieder so wahnsinnig und arbeite an einem Blog-System. Diesmal will ich das Rad aber nicht neu erfinden und ein zweites Wordpress bauen. Stattdessen orientiert sich CodrPress an Schnitzelpress.

Da Schnitzelpress auf Ruby basiert und primär für den Einsatz auf Heroku ausgelegt ist, habe ich mich dazu entschieden mit CodrPress quasi eine PHP-Version von Schnitzelpress zu entwickeln.

Natürlich ist das wieder mal einfacher gesagt als getan, vor allem da es für diverse Ruby Gems, die Schnitzelpress nutzt, in der PHP-Welt kaum brauchbaren Ersatz gibt.

Mit Redcarpet und CodeRay hat Ruby zwei wundervolle Gems, die sich um Markdown-Rendering bzw. Syntax-Highlighting kümmern.

CodrPress basiert auf meinem Projekt MongoAppKit, das widerrum auf Silex sowie Twig setzt und seine Abhängigkeiten mit Composer regelt. Keine der PHP-basierten Lösungen, um diese zwei Ruby Gems zu ersetzen, bietet Composer-Unterstützung an und die Strukturen sind z.T. auch nicht PSR-0-kompatibel, so dass ein Autoloading der Klassen nicht möglich ist.

Daher habe ich zwei neue Projekte aus der Taufe gehoben, die genau diesen Mangel beseitigen:

SilexMarkdown

Da ich keine Lust und Zeit habe, selbst einen Markdown-Renderer zu schreiben, basiert SilexMarkdown auf php-markdown von Michel Fortin.

Ich musste es erstmal in brauchbare Struktur bringen, da das Original leider weder Namespaces nutzt und sogar zwei Klassen in einer Datei besitzt.

SilexMarkdown stellt nun eine Service-Prodiver-Klasse für Silex und eine entsprechende Twig-Extension zur Verfügung. Dazu wurde es noch mit einer Unterstützung für Code-Blöcke angereichert, um Syntax Highlighting wie in GitHub nutzen zu können.

Radiant

Die Kern-Komponente von Radiant ist ebenfalls nicht auf meinem Mist gewachsen und stammt aus dem Projekt Nijikodo von Clint Campbell.

Immerhin war die Grundlage schon mal PSR-0-kompatibel und damit auch relativ leicht Composer-tauglich zu machen.

Meine Arbeit bestand zum Großteil darin, entsprechende Unit-Tests zu schreiben und einige Fehler zu beseitigen und es in SilexMarkdown einzubinden.

Qualität

Alle genannten Projekte, also MongoAppKit, SilexMarkdown, Radiant und CodrPress werden mittels PHPUnit laufend von mir und automatisiert via Travis CI getestet. Abgesehen von SilexMarkdown beträgt die Code-Coverage zwischen 70 - 90%.

Style

Aktuell ist CodrPress mit dem vollständigen Twitter Bootstrap versehen, um auch in der Entwicklunsphase ein halbwegs ahnsehnliches Design zu haben. Später werde ich nur ein paar Komponenten aus Bootstrap nutzen, z.B. das Grid und die responiven Fähigkeiten.

Für das Syntax-Highlighting habe ich ein Farb-Theme basierend auf meinem Farbschema von PhpStorm geschrieben, das auch Radiant beiliegt. Dank einer recht einfachen Struktur kann man sich auch sehr schnell ein eigenes Theme zusammenstellen.

Ausblick

Die Frontend-Funktionen von CodrPress sind mit einer gefüllten Datenbank (Schnitzelpress-kompatibel) schon nutzbar. Homepage, Einzeldarstellung von Einträgen, eigene Seiten und das Markdown-Rendering mit Syntax-Highlighting funktionieren soweit einwandfrei.

Als nächstes werde ich einem Admin-Bereich und anschließend einem ansprechenden Design widmen.

Menlo Park, start your photocopiers ...

… oder warum Software-Patente und Patentkriege scheiße sind.

Gestern habe für die Share-Funktionen von Twitter, Google+ und Facebook jeweils ein Modul nach dem CommonJS-Standard gebaut, um sie in meinem privaten Weblog zu nutzen.

Daran ist nun nichts besonders, wenn ich nicht eine kleine Entdeckung gemacht hätte. Offenbar hat Facebook den nötigen JavaScript-Code von Twitter kopiert oder Twitter von Facebook.

Quelltext vom Twitter

!function(d, s, id) {
	var js, fjs = d.getElementsByTagName(s)[0];

	if(!d.getElementById(id)) {
		js = d.createElement(s);
		js.id = id;
		js.src = "//platform.twitter.com/widgets.js";
		fjs.parentNode.insertBefore(js, fjs);
	}
}(document, "script", "twitter-wjs");

Quelltext von Facebook:

(function(d, s, id) {
	var js, fjs = d.getElementsByTagName(s)[0];
	if(d.getElementById(id)) return;
	js = d.createElement(s);
	js.id = id;
	js.src = "//connect.facebook.net/de_DE/all.js#xfbml=1";
	fjs.parentNode.insertBefore(js, fjs);
}(document, 'script', 'facebook-jssdk'));

Zwecks der Lesbarkeit habe ich die Funktionen entsprechend formatiert.

Selbst Nicht-Programmierern dürften die Ähnlichkeiten kaum entgehen. Die Variablennamen sind identisch und sogar die Art der URL-Angabe ohne Protokoll. Selbst das if-Conditional und damit die Methode das externe JavaScript nicht zweimal einzubinden, stimmen überein – nur die Schreibweise ist etwas anders.

Aus meiner Sicht geht dieses Vorgehen das vollkommen in Ordnung. Man muss nicht ständig das Rad neu erfinden. Gerade Programmierer tun das sehr gerne, obwohl es nur selten notwendig ist.

Twitter und Facebook sind Technologie-Vorreiter, neben Google die zwei wichtigsten im gesamten Netz – warum sollten sie also nicht gegenseitig voneinander profitieren? Auch wenn es nur um einen Code-Schnippsel geht, der externe JavaScripts lädt.

Andere Firmen (Hallo, Oracle!) holen selbst bei wesentlich geringeren Quelltext-Ähnlichkeiten gleich die Klage-Keule raus. Durch die Möglichkeit in den USA Patente auf Software zu bekommen, ist sowas sogar oft von Erfolg gekrönt …

Ich bin kein Verfechter von Open Source, auch wenn ich es grundsätzlich für eine gute Sache halte. Noch bin ich der Meinung, dass Software ein Allgemeingut wäre und jedem kostenlos zur Verfügung stehen müsse.

Jedem Entwickler muss das Recht zustehen, sein Produkt zu verkaufen und es schützen zu dürfen. Im Fall von Trivial-Patenten, geht es nicht mehr darum.

Man will nur noch der Konkurrenz schaden und Geld rausholen, obwohl man selbst oft mehr als genug hat. Firmen werden gekauft, um an die Patente zu kommen und anschließend andere Firmen mit Klagen zu überziehen.

Egal, ob Apple, Samsung, Motorola (Google), Nokia oder sonst wer. Hört endlich auf damit! Keiner eurer Kunden will Import-Verbote, absurd hohe Patentabgaben für verkaufte Geräte oder sonstige Auswüchse euer Advokaten-Armeen.

Aus Apples Sicht ist Android ein geklautes Produkt. Objektiv gesehen kann man dem sogar in Teilen zustimmen. Nur: na und?

Apple hat gute Ideen, Google hat gute Ideen. Nutzt sie, um euch gegenseitig zu verbessern und stellt diese lächerlichen Grabenkämpfe ein, die euch letztlich mehr schaden als nützen.

Responsive Bilder mit WordPress

Aktuell wage ich erste Gehversuche mit responsiven Layouts in meinem WordPress-Theme. Ziel der Übung ist ein smartphone-taugliches Layout. Leider macht einem WordPress die Arbeit bei Bildern unnötig schwer.

Automatische Bildskalierung mit CSS

Bilder müssen in responsiven Layouts automatisch mit der Breite des Anzeigegeräts skalieren. Feste Breiten würden hier zwangsläufig zu Darstellungsproblemen führen. Das klingt nun komplizierter als es ist. Mit drei Zeilen CSS lassen sich Bilder abhängig von der Breite ihres Eltern-Elements automatisch skalieren.

img {
	max-width: 100%;
}

Ein Bild darf also maximal so breit werden, wie seine vorgesehene Weite. Schrumpft das Eltern-Element durch Verkleinern des Viewports, wird das Bild automatisch mitskaliert. Wir müssen uns also um nichts weiter kümmern, da die Browser den Rest erledigen.

Problemfall WordPress

Leider klappt die automatische Skalierung in WordPress nicht. Wenn man in einem Beitrag Bilder einfügt, setzt WordPress automatisch das width- bzw. height-Attribut auf das img-Element. Sobald auch nur eines von beiden gesetzt ist, wird eine automatische Größenanpassung verhindert. Die Attribute müssen also weg.

Wie immer, gibt es dafür zig verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise könnte man die überflüssigen Element-Eigenschaften per jQuery-Einzeiler entfernen. Wirklich schön ist das aber nicht. Es wäre doch viel besser, wenn man WordPress dazu bringen könnte, den Quelltext gleich ohne width und height auszuliefern.

Dank des Hook-Systems in WordPress geht das mit ein paar Zeilen Code in der Datei functions.php des Themes:

add_filter('the_content', 'removeImageDimensions');

function removeImageDimensions($html) {
	return preg_replace('/(width|height)=\"\d*\"\s/', '', $html);
}

Die Funktion removeImageDimensions() entfernt per regulärem Ausdruck unsere unerwünchten Gäste width und height. Mittels add_filter() wird der WordPress-Funktion the_content() (gibt den Inhalt eines Beitrags aus) unsere neue Funktion als Ausgabefilter zugewiesen. WordPress führt nun bei jedem Aufruf von the_content() unsere neue Funktion removeImageDimensions() aus, die den Rückgabewert von the_content() entsprechend verändert.

Damit steht responsiven Bildbreiten nun nichts mehr im Weg.